08. September 2025

So erstellen gastgewerbliche Betriebe ihre erste CO₂-Bilanz

-3 Stolpersteine und wie man sie vermeidet

Immer mehr Gastronomiebetriebe erkennen: Ein CO₂-Fußabdruck ist nicht nur ein Nachhaltigkeitsthema, sondern zunehmend auch ein Wettbewerbsfaktor. Gäste, Geschäftspartner und Auftraggeber – insbesondere Konzerne oder öffentliche Einrichtungen – erwarten Transparenz.

 

Doch wer sich zum ersten Mal an die Erstellung einer CO₂-Bilanz wagt, merkt schnell: Ganz so einfach ist es nicht. Aus meinen Projekterfahrungen im Gastgewerbe möchte ich drei typische Stolpersteine aufzeigen – und wie man sie elegant umgeht.

Stolperstein 1: „Das Tool füllt sich von alleine“

Viele Betriebe nutzen kostenlose Tools wie z. B. ecocockpit. Diese sind ein guter Einstieg, starten aber komplett leer. Ohne branchenspezifische Voreinstellungen müssen erst einmal alle relevanten Emissionstreiber identifiziert werden – von Kühlgeräten über Strom bis hin zum Lebensmitteleinkauf.

 

Mein Tipp: Erstellen Sie vorab eine Liste der Scopes 1–3, die für Ihr Unternehmen relevant sind. So vermeiden Sie, dass wichtige Emissionsquellen übersehen werden und Ihre Bilanz unvollständig bleibt.

Stolperstein 2: Scope 3 wird unterschätzt

Die meisten Emissionen entstehen im Scope 3 – also nicht direkt im Betrieb, sondern vorgelagert in der Lieferkette. Im Gastgewerbe sind das vor allem Lebensmittel, aber auch Verpackungen, Entsorgung oder Reinigungsmittel.

 

In einem aktuellen Projekt eines Eventcatering-Unternehmens zeigte sich:

  • Lebensmittel verursachten 60 % der Gesamtemissionen.
  • Allein Rindfleisch machte 8 % aus.
  • Selbst Reinigungsmittel schlugen mit 8 % zu Buche – und führten direkt zur Entscheidung, künftig auf Öko-Produkte umzusteigen.

Mein Tipp: Rechnen Sie mit hohem Aufwand bei der Datenaufbereitung für Scope 3 – aber genau hier liegen auch die größten Hebel zur Reduktion.

Stolperstein 3: Keine Roadmap für die Umsetzung

Eine CO₂-Bilanz ist kein Selbstzweck. Der eigentliche Mehrwert entsteht erst, wenn daraus konkrete Maßnahmen abgeleitet werden: z. B. Umstellung auf Ökostrom, Reduktion von tierischen Produkten oder Optimierung der Abfallwirtschaft.

 

Mein Tipp: Planen Sie die Bilanzierung immer als Teil eines Prozesses:

  1. Status quo (CO₂-Fußabdruck)
  2. Maßnahmenplan (Reduktion)
  3. Kompensation (für nicht vermeidbare Emissionen)

Fazit:

Eine CO₂-Bilanz ist machbar – wenn man strukturiert vorgeht und die typischen Stolpersteine kennt. Sie bringt nicht nur Klarheit über die eigene Klimawirkung, sondern auch Wettbewerbsvorteile bei Ausschreibungen, im B2B-Geschäft und in der Kundenkommunikation.

 

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