Eine weitere wichtige Veränderung betrifft Nachhaltigkeitssiegel.
Frei erfundene „Öko-Siegel“, eigene grüne Logos oder Kennzeichnungen, die bei Verbraucher*innen den Eindruck einer unabhängigen Zertifizierung erwecken können, werden künftig deutlich kritischer.
Nachhaltigkeitssiegel müssen grundsätzlich auf einem geeigneten Zertifizierungssystem beruhen oder von einer öffentlichen Stelle eingeführt worden sein.
Für Unternehmen bedeutet das:
Es lohnt sich, einmal ganz nüchtern durch die eigene Kommunikation zu gehen.
Welche Siegel verwenden wir?
Wer vergibt sie?
Was genau wird dabei überprüft?
Gibt es eine unabhängige Kontrolle?
Und verstehen unsere Kund*innen überhaupt, wofür dieses Siegel steht?
Ein hübsches Logo allein ist noch kein Beleg für Nachhaltigkeit.
Dass die neuen Anforderungen aber nicht das Ende glaubwürdiger Nachhaltigkeitszertifizierungen bedeuten, zeigt beispielsweise die Gemeinwohl-Ökonomie.
Auch dort werden die Strukturen rund um Audit und Zertifizierung derzeit an die neuen regulatorischen Anforderungen angepasst.
Künftig arbeitet die Gemeinwohl-Ökonomie hierfür mit einer akkreditierten Zertifizierungsstelle zusammen.
Unternehmen, die eine Gemeinwohl-Bilanz erstellen und diese im Audit überprüfen lassen, können damit künftig ein EmpCo-konformes Zertifikat erhalten, das in Zusammenarbeit mit einer akkreditierten Zertifizierungsstelle ausgestellt beziehungsweise überprüft wird.
Für mich ist das ein wichtiger Schritt.
Denn die Konsequenz aus strengeren Anforderungen sollte nicht sein, dass Unternehmen ihr Nachhaltigkeitsengagement verstecken.
Im Gegenteil:
Glaubwürdige Leistungen sollten auch weiterhin sichtbar sein dürfen – nur eben auf einer nachvollziehbaren und überprüfbaren Grundlage.